Sie beziehen Grundsicherung (früher Bürgergeld) und wollen sich selbstständig machen? Dann führt der Weg fast immer über einen Businessplan. Das Jobcenter will sehen, dass Ihre Idee trägt und Sie davon leben können. Hier lesen Sie, was hinein muss und woran viele Pläne scheitern.
Welche Hilfen das Jobcenter für Gründer kennt
- Einstiegsgeld (§ 16b SGB II): ein Zuschuss zusätzlich zur laufenden Leistung, wenn Sie eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen. Er ist eine Kann-Leistung, das Jobcenter entscheidet im Einzelfall.
- Zuschüsse und Darlehen für Sachgüter (§ 16c SGB II): für notwendige Anschaffungen wie Werkzeug oder Ausstattung. Zuschüsse sind auf 5.000 Euro begrenzt.
- Gründungszuschuss: Der gehört nicht zum Jobcenter, sondern zur Agentur für Arbeit. Er kommt nur in Frage, wenn Sie Arbeitslosengeld beziehen. Mehr dazu im Ratgeber Gründungszuschuss 2026.
Für die Hilfen nach § 16c verlangt das Gesetz, dass die Tätigkeit wirtschaftlich tragfähig ist. Zur Prüfung soll die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle eingeholt werden. Genau hier zählt Ihr Businessplan.
Was in den Businessplan gehört
1. Ihre Idee in klaren Worten
Was bieten Sie an, für wen und warum sollte jemand gerade bei Ihnen kaufen? Zwei bis drei Absätze reichen, wenn sie konkret sind.
2. Kunden und Markt
Wer sind Ihre Kunden, wie viele gibt es in Ihrem Gebiet und wer bietet das Gleiche schon an? Echte Beispiele aus Ihrer Umgebung wirken stärker als allgemeine Zahlen aus dem Internet.
3. Wie Sie an Kunden kommen
Hier scheitern die meisten Pläne. Schreiben Sie auf, über welche Wege Sie verkaufen: Empfehlungen, eigene Website, Marktplätze wie Amazon oder eBay, Kooperationen. Und was jeder Weg kostet.
4. Preise und Kalkulation
Was kostet Sie Ihr Produkt oder Ihre Stunde wirklich, und was verlangen Sie? Rechnen Sie Steuern, Versicherungen und Gebühren der Plattformen mit ein.
5. Finanzplan für drei Jahre
- Umsatzplanung, Monat für Monat im ersten Jahr
- Kosten: Miete, Material, Werbung, Versicherungen, Krankenversicherung
- Ihr privater Lebensbedarf
- Liquiditätsplan: Wann ist wie viel Geld auf dem Konto?
- Kapitalbedarf für den Start
6. Sie selbst
Welche Erfahrung bringen Sie mit? Ein kurzer Lebenslauf und Nachweise zu Ihrer Qualifikation gehören in den Anhang.
Die häufigsten Fehler
- Umsätze zu hoch angesetzt, ohne zu erklären, woher die Kunden kommen
- Krankenversicherung und Rücklagen für Steuern vergessen
- Kein Plan für die ersten Monate, in denen noch wenig hereinkommt
- Unterlagen unvollständig, darum lange Rückfragen
- Nur Text, keine Zahlen. Oder nur Zahlen, ohne Begründung
Wie ich Sie unterstütze
Ich habe selbst gegründet und verkaufe meine eigene Marke PHOENIX Enzymreiniger heute über sechs Kanäle. Diese Praxis steckt in jedem Plan, den wir zusammen schreiben: realistische Zahlen, ein Vertriebsweg, der funktioniert, und Unterlagen, die vollständig sind. Über die Förderung entscheidet das Jobcenter, eine Zusage kann niemand geben. Einen Plan, der sich sehen lassen kann, schon.
Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, sobald alle Angaben vorliegen. Mehr zur Gründungsberatung oder direkt Erstgespräch anfragen.
Häufige Fragen
Brauche ich für das Einstiegsgeld einen Businessplan?
In der Praxis fast immer. Das Jobcenter muss prüfen, ob Ihre Selbstständigkeit Sie dauerhaft unabhängiger von Leistungen macht. Dafür braucht es ein schlüssiges Konzept mit Zahlen.
Wer entscheidet über die Förderung?
Immer das Jobcenter. Einstiegsgeld und Zuschüsse für Selbstständige sind Kann-Leistungen. Ein guter Plan erhöht die Chancen, einen Anspruch gibt es nicht.
Was ist eine fachkundige Stelle?
Das Gesetz sieht vor, dass für Zuschüsse und Darlehen die Tragfähigkeit von einer fachkundigen Stelle beurteilt wird. Welche Stellen Ihr Jobcenter akzeptiert, fragen Sie am besten schriftlich vorab dort an.
Wie lange dauert es, bis der Plan fertig ist?
Das hängt davon ab, wie weit Ihre Idee schon ist. Liegen alle Angaben vor, ist ein sauberer Plan meist in wenigen Wochen fertig. Planen Sie die Bearbeitungszeit des Jobcenters zusätzlich ein.


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