KI als Mitarbeiter: Unser Praxis-Tagebuch, Teil 1

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Praxis-Tagebuch · Teil 1 · November 2026

Ich arbeite seit Wochen jeden Tag mit KI, als wäre sie ein Mitarbeiter. Sie pflegt meinen Onlineshop, baut diese Website, schreibt Entwürfe und hält fest, was beschlossen wurde. In diesem Tagebuch schreibe ich ehrlich auf, was gut lief und was schiefging. Damit Sie aus unseren Fehlern lernen, bevor Sie sie selbst machen.

Was gut lief

  • Tempo: Diese Website ist in wenigen Wochen von null auf live gegangen, mit Texten, Design, Kontaktformular und Messung. Allein hätte ich dafür Monate gebraucht.
  • Ein gemeinsames Gedächtnis: Jeder Arbeitsschritt und jeder Beschluss wird schriftlich festgehalten. Wenn ich nach drei Tagen frage, wie der Stand ist, bekomme ich eine Antwort mit Beleg und nicht aus dem Bauch.
  • Messen von Anfang an: Bevor wir Geld für Werbung ausgeben, wird gezählt, woher Besucher und Anfragen kommen. So entscheiden wir nach Zahlen und nicht nach Gefühl.
  • Kontrolle von Texten: Die KI prüft Texte gegen feste Regeln, zum Beispiel keine Versprechen, die wir nicht halten können. Das schützt vor peinlichen und teuren Fehlern.

Was schiefging

  • Zwei KIs an einer Baustelle: Zeitweise haben zwei verschiedene KI-Programme gleichzeitig an dieser Website gearbeitet. Das Ergebnis waren widersprüchliche Stände. Seitdem gilt: Eine KI führt, die anderen liefern nur Entwürfe zu.
  • Falsch verstanden: In einer Präsentation stand meine Rolle genau falsch herum, und eine Anweisung von mir wurde einmal anders umgesetzt, als ich sie gemeint hatte. Eine KI füllt Lücken mit Annahmen. Deshalb sehe ich alles kurz an, bevor es rausgeht.
  • Mails vom falschen Konto: Es wurden Mails von einer Adresse verschickt, die dafür nicht gedacht war. Seitdem geht keine Mail mehr ohne mein ausdrückliches OK raus.
  • Halb fertig ist nicht fertig: Einmal waren Mails bearbeitet, aber noch als ungelesen markiert. Für mich sah das aus, als wäre nichts passiert. Jetzt gilt eine Aufgabe erst als erledigt, wenn auch der letzte Handgriff sitzt.
  • Anmeldungen bleiben Chefsache: Passwörter und Logins gibt die KI nicht ein. Das ist richtig so, kostet aber manchmal Zeit, wenn eine Anmeldung abgelaufen ist.

Was ich daraus gelernt habe

Eine KI ist wie ein neuer Mitarbeiter. Sie ist schnell und fleißig, aber sie braucht klare Rollen, eine Einarbeitung, schriftliche Regeln und jemanden, der kontrolliert. Wer das nicht einrichtet, bekommt schnell viel Arbeit und wenig Ergebnis.

  1. Eine Zuständigkeit je Aufgabe, nicht zwei Helfer an derselben Stelle.
  2. Alles schriftlich festhalten, damit nichts verloren geht.
  3. Nach außen geht nichts ohne Freigabe durch einen Menschen.
  4. Erst messen, dann Geld ausgeben.

Genau diese Erfahrung gebe ich weiter: Ich zeige Unternehmern, wie sie sich eine eigene KI aufbauen, die wie ein Mitarbeiter arbeitet, ohne die Fehler, die wir schon gemacht haben. Im nächsten Teil des Tagebuchs geht es weiter.

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